Kopfbereich
208

Hier finden Sie unterschiedliche Texte, Gedanken und Inspirationen zum Einfühlen und Weiterdenken.

327

Frieden auf der Erde beginnt nicht damit, dass wir Forderungen an andere stellen.

Auch nicht damit, einen Schuldigen zu suchen.

Die Suche muss sich darauf konzentrieren, welcher Frieden von uns ausgeht.

Der freundliche Blick, die verlässliche Zusage, die uneigennützige Hilfe, die sanfte Gnade, der warme Händedruck, die verstehende Güte, das beherzte Eingreifen, die liebe Führung.

Frieden beginnt damit, den ersten Schritt zu tun und mit uns selbst Frieden zu schließen.

Dann ist es, als wäre ein strahlendes Licht entzündet, hell leuchtend von Mensch zu Mensch.

Und wir tragen es über das Land, bis tiefer Friede die ganze Erde erhellt.

 

326

Meine Seele, warum bist du so unruhig in mir? (Ps 42, 6) …so betet der Psalmist im AT und spricht damit manchem auch von uns aus dem Herzen. Immer auf dem Absprung, ständig unter Strom, schon in Gedanken beim nächsten Termin - das Gefühl von Getrieben sein kennen viele aus dem eigenen Alltag.
In unserer so modernen Lebenswelt wird diese Unruhe als Tugend geschätzt und man spricht von Flexibilität und Multitasking.
Die Gefahr ist, dass die äußere Hetze zu einer inneren Unruhe wird und man mit dieser Lebensweise den Kontakt zur Gegenwart verliert. Die gesundheitlichen Folgen sind bekannt.

Oder:
Manchmal muss mich meine Frau darauf hinweisen, dass auf dem Tisch direkt vor mir ein doch ziemlich schöner Strauß frischer Blumen steht. Irgendwie habe ich ihn zwar aus den Augenwinkeln heraus gesehen, aber wirklich wahrgenommen habe ich ihn nicht. Zu sehr war ich beschäftigt – etwa mit dem Erzählen irgendeines Ärgers, mit der Diskussion von irgendwelchen Wichtigkeiten oder mit der Planung privater Aktivitäten.

Runter vom gewohnten Gleis. Das oder Ähnliches kennt jeder von uns:
Man fährt auf dem gewohnten Gleis und lässt nichts Unerwartetes zu. Und irgendwie geht es auch gar nicht anders, als in aller Regel zwischen festen Leitplanken zu fahren. Aber öfter einmal den Blick darüber hinaus zu lenken, die ganze Situation in ihrer jeweiligen Einmaligkeit, in ihrer Bedeutung und auch in ihrer Schönheit wahrzunehmen, das wünscht sich auch jeder. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns immer häufiger als unachtsam empfinden und uns mehr Achtsamkeit wünschen – gegenüber den kleinen Dingen in der Natur, gegenüber dem Mitmenschen und auch uns selbst gegenüber.
Dem Buddhismus ist der Begriff der „Achtsamkeit“ vertraut, dort hat er vier Zielrichtungen: den eigenen Körper und seine Gefühle einerseits sowie den Geist und seine Objekte, also die Um- oder Mitwelt, andererseits.

Achtsamkeit hat mit Wahrnehmung zu tun und ermöglicht einen behutsameren Umgang mit sich und anderen.
(W. Ullrich)

 

Achtsamkeit
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

Talmud

322

frisch geschlüpft_Christian v.R._pixelio.deDer Monatsspruch für August steht im 139. Psalm in Vers 14: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“

Mal ehrlich, wie oft haben Sie diesen Psalmvers mit Überzeugung gebetet?

Und wie oft haben Sie Ähnliches beim Anblick des eigenen Gesichtes im Spiegel gedacht?

Ab und zu sollten wir uns vor dem Spiegel bewusst machen: Da schaut ein Kind Gottes zurück. Und das ist wunderbar gemacht.

Wir brauchen uns nicht zu verstecken, wenn wir glauben, dass wir selbst zu Gottes Ebenbild geschaffen sind, mit unserem Inneren und unserem Äußeren.

„wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele". Deshalb dürfen wir uns selbstbewusst zeigen und etwas für uns tun, auch für unser Äußeres.

Wunderbar sind wir vom ersten Tag an - wunderbar gemacht von Gott.

Daran dürfen wir uns erinnern, wenn wir uns mal nicht so gut fühlen:

Wenn wir uns im Älterwerden selbst nicht mehr gefallen.

Wenn wir mit Krankheiten oder mit nachlassenden Kräften zu kämpfen haben.

Wenn wir mehr als andere ertragen müssen.

Wenn unsere Beziehungen scheitern.

Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren.

Dann ist es schwer zu sagen: Ich bin wunderbar gemacht. Und doch ist es so.

Wenn der Stress zu groß wird.

Wenn Lebenspläne nicht aufgehen.

Wenn Ängste oder Depressionen unser Leben beherrschen.

Wenn man mitten unter Menschen einsam ist.

Dann ist es schwer zu sagen: Ich bin wunderbar gemacht. Und doch ist es so.

Wenn wir Fehler machen.

Wenn andere wegen uns leiden.

Wenn uns Schuldgefühle plagen.

Wenn wir uns verrannt haben.

Wenn wir uns selbst unbegreiflich sind.

Dann ist es schwer zu sagen: Ich bin wunderbar gemacht. Und doch ist es so.

alte hände by_Xenia B._pixelio.deWenn wir uns nun aber mit hinein nehmen lassen in die Wirklichkeit, dieses Psalmverses, dann können wir Frieden schließen; mit Gott, mit uns selbst und mit allem, was uns umgibt. Ich darf einfach da sein vor Gott, der mich kennt, der mich an-nimmt, so, wie ich bin und der mich geheimnisvoll durch mein Leben führt.

Lob sei dem, der uns erschaffen hat.

 

Pfarrerin Margrit Mickel

321

Ich glaube, hilf meinem Unglauben! Markus 9, 24

Diese Jahreslosung beginnt mit einem festen und treuen Bekenntnis.
Das Bekenntnis zum Glauben als einen Standpunkt, einer Basis für unser Leben.
Darauf sein Leben aufbauen, das ist wie ein Plan, wie eine Versicherung im Leben.
Das vermittelt Sicherheit und Bestand.
Glaube ist das Auge, das Gott und der Mensch gemeinsam besitzen. Das ist mehr, als nur mit dem bloßen Auge sehen, das ist wie mit dem Herzen sehen - und verstehen.
Christus sagt: Selig sind, die glauben ohne zu sehen. Somit sind die selig, die Glauben besitzen, ohne jeden Augenblick nach einem Beweis zu fragen. Glaube versichert uns, was Gott in jedem Augenblick für uns tun kann.

Aber der Satz unserer diesjährigen Jahreslosung geht weiter: Hilf meinem Unglauben! Da sind Zweifel an der Kraft, von der wir gerade noch so überzeugt waren. Scheinbar ausweglose Situationen, Krankheiten und Not lassen uns (ver)zweifeln, stürmen im Laufe unseres Lebens immer wieder ein und unser Glaube wird kleinmütig, das Vertrauen verliert sich im Dunkeln. Das Bild zur diesjährigen Jahreslosung in der Apostelkirche möchte etwas von den Gedanken darum vermitteln: Der dunkle Nachthimmel mit seinen Sternen und den Nordlichtern, der als Gleichnis für die Rätsel des Lebens steht, das Labyrinth als Herausforderung, aus den Zweifeln herauszufinden und der Mensch, dem der von Gott geschenkte Glauben aus dem Zweifel heraus hilft.

Als Christin weiß ich, ohne Glauben habe ich’s schwer. Aber was passiert denn, wenn ich eben diesen Glauben in diesen Situationen, die so viel von mir abringen, nicht habe? Wenn mir Zweifel kommen, ob Gott wirklich so gut ist, wie ich immer meinte.

Was mach ich mit der Angst, dass meine Gebete eventuell nicht erhört werden. Was kann ich tun, wenn ich mich davor fürchte, dass Gott vielleicht doch nichts ausrichten kann?

Dann kann ich auch nur auf die Knie gehen, wie der Vater in der Markusgeschichte und die Hände zu Gott in einem Gebet heben, all meine Bedürftigkeit, meine Zweifel und Gedanken vor Gott ausbreiten, ja, mein ganzes Herz vor ihm ausschütten im Bekenntnis, wie sehr ich seine Hilfe brauche. Er weiß doch längst, wie es mir geht; er kennt doch mein Befinden, ihm kann man doch nichts vormachen.

Diese Gabe, Glauben zu haben, ist ein Geschenk unseres Gottes.

Dass wir Glauben nicht aus uns selbst heraus produzieren können, habe ich erfahren.

Dieses Geschenk, zu glauben, kann uns nur der Vater im Himmel geben.

Manchmal haben wir einen unerschütterlichen Glauben, manchmal aber gibt es Zeiten, in denen wie ihn verlieren. Dann dürfen wir uns erinnern: Von Gott kommt alles, er ist der Ursprung aller Dinge, er ist die Lösung, er zeigt uns den Weg, er erhellt für uns die Finsternis, er führt uns aus der finsteren Nacht und durch das Labyrinth unsers Lebens und aus dem Labyrinth unserer Verzweiflung.

Unser Gott verlangt nichts Unmögliches von uns. Wenn wir ihn bitten, gibt er uns alles, auch den Glauben! Diese Erfahrung wünsch ich uns allen!

Simone Lau

320

Gott des Lebens,
dankbar sind wir für das Leben
und die Auferstehung.
Von Glaube, Liebe und Hoffnung
sind wir beseelt.
Hoffnung trägt uns
in die Zukunft.
Krankheit, Verzweiflung, Trauer
reden wir nicht klein.
Du gehst uns voraus,
wo wir über Flur, durch Straßen
und Waldstück gehen.
Danke für gemeinsame Wege.
Gott des Lebens,
wie sehr der Mensch dich braucht,
um alles von der Hoffnung her
zu sehen.
Bewege uns und sei Hoffnung für die,
die dich brauchen.
Darum bitten wir dich.
Amen.

 

Bleiben Sie gesund und behütet.

260

Ostern

240

Brot und WasserLiebe Leserinnen und Leser,

wundern Sie sich auch ein wenig darüber, dass der erste Monat des „Neuen Jahres 2020“ schon wieder vorbei ist – fast wie im Flug?

Die Zeit zerrinnt uns zwischen den Fingern wie der feine Sand am Strand. Zeit ist nicht aufzuhalten, wie ein ins Unendliche fahrender Zug. Darüber zu klagen tut manchmal gut. Andererseits könnte das Erleben der Zeit uns auch anregen, uns darüber Gedanken zu machen, wie wir die Zeit nutzen oder besser: auskosten können.

Foto: Alexander Dreher  / pixelio.de

weiterlesen

235

Er ist auf jedem Krippenszenario zu finden. Aber meist steht er im Hintergrund. Wie hier.
Schon zu alt, um als Verlobter durchzugehen, und überhaupt hat er nicht viel vorzuweisen. Er hat keine Erscheinung
von Engeln gehabt und auch keinen Stern, der ihm geleuchtet hätte.
Irgendwie verlegen schaut er auf diese merkwürdigen Gestalten: Ausländer vielleicht, oder Hirten, Leute jedenfalls, denen man nicht unbedingt über den Weg trauen sollte.

weiterlesen

top