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Mit dieser neuen Rubrik möchten wir einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen!

Hier wird ein persönlicher Beitrag aus unserer Gemeinde veröffentlicht und Ihre Meinungen, Rückmeldungen, eigene Gedanken, Fragen, Weiterführendes... dazu sind ausdrücklich erwünscht und sollen gesammelt werden und auf unserer Homepage nachzulesen sein!

(gesammelt werden Ihre Beiträge im Pfarramt über E-mail: kg [dot] zittau [at] evlks [dot] de)

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Gemeinsam und solidarisch durch die Klimakrise – für kommende Generationen und aus Verantwortung für den uns anvertrauten Planeten

Die Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und erfordert unser aller Engagement für einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt. Als Christen haben wir die Verantwortung, die Schöpfung zu bewahren und zu schützen. Wir müssen uns bewusst sein, dass unser Handeln Konsequenzen für diese Erde und für zukünftige Generationen hat.

Der größte Hebel für mehr Klimaschutz ist die Reduktion von Treibhausgasen, insbesondere CO₂ und Methan. Verbrennungsprozesse basierend auf fossilen Energieträgern sind Schritt für Schritt konsequent zu ersetzen – nicht nur in der Industrie, sondern auch im Alltag wie z.B. beim Heizen von Gebäuden und im Straßenverkehr.

Daher möchten wir in unserer Gemeinde die Initiative ergreifen und anregen, gemeinsam darüber nachzudenken, wie die von der Gemeinde verursachten CO₂-Emissionen systematisch reduziert werden können. Dabei ist die Johanniskirche mit Abstand der größte Energieverbraucher, wohl gefolgt vom Gemeindehaus. Beide werden aktuell mit Fernwärme aus überwiegend fossilen Energiequellen beheizt und sind damit die größten Verursacher von CO₂-Emissionen.

Ein nennenswertes Reduzieren dieser Emissionen ist hier nur mit Wärmepumpen möglich, die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Außerdem kann in jedem Fall mit besserer Gebäudedämmung Energie eingespart werden. Leider sind für diese Vorhaben immense Kosten zu erwarten, um die Gebäude denkmalschutzgerecht ohne fossile Energienutzung zu betreiben. Es wird nötig sein, Fördermöglichkeiten auszuloten und die generelle Machbarkeit zu bewerten.

In der Zwischenzeit ist es wichtig, dass wir uns trotzdem auf den Weg machen und ein Bewusstsein schaffen in der Gemeinde, für die unumgängliche Notwendigkeit, CO₂-Emissionen auch im Alltag jedes Einzelnen zu reduzieren. Ein erster Schritt dazu kann eine Informationsveranstaltung sein, um vorhandene Technologien wie Wärmepumpen und Balkonkraftwerke vorzustellen und aufzuzeigen, dass deren Installation im privaten Bereich deutlich einfacher und schneller umzusetzen ist als in der Kirchgemeinde. Fangen wir also konkret da an, wo Veränderung schon jetzt möglich ist.

Als weiterführender Denkanstoß hier noch eine Liste von Maßnahmen, die einfacher realisierbar sind und auch CO₂-Emissionen reduzieren:

- Sämtliche Leuchtmittel gegen LED tauschen sowohl in der Gemeinde als auch in Privatwohnungen – Warum nicht gemeinsam mit der Jugend ein Projekt starten, um den Austausch auch dort zu ermöglichen, wo Hilfe benötigt wird beim Einkauf und der Installation der LED-Leuchtmittel? Der Strombedarf kann so direkt um 90% bzw. auf 1/10 reduziert werden. Wenn viele tatkräftig anpacken, geht es schnell voran. Ein Spendenlauf wäre eine gute Möglichkeit, gemeinschaftlich zur Finanzierung der LED-Beleuchtung beizutragen.

- Individuelle Stromtarife komplett auf Öko-Strom umstellen – Ein Wettbewerb innerhalb der Gemeinde könnte dazu motivieren, so viele Haushalte wie möglich aus dem privaten oder beruflichen Umfeld zum Stromtarifwechsel zu bewegen.

- Bevorzugt regionale und saisonale Lebensmittel nutzen (weniger CO₂-Emissionen durch den Transport)

- Verzicht auf Fleischprodukte (weniger Methan-Ausstoß in der Viehzucht)

- Individualverkehr reduzieren, Fahrgemeinschaften zum Gottesdienst und zu anderen Veranstaltungen organisieren, verstärkte Nutzung von (Lasten-)Fahrrädern, Elektrorollern und öffentlichem Nahverkehr, auch für Dienstfahrten und Freizeiten

So sehr wir uns wünschen würden, dass dieser Weg einfach und mit Spaß verbunden ist, wird es doch viel (Überzeugungs-)Arbeit und Kraft erfordern. Gerade deshalb ist es wichtig, sich auf die Vorhaben zu konzentrieren, die wirklich einen Unterschied machen. Nebenschauplätze rauben nur Energie und Motivation, während jede Veränderung, die wirklich Treibhausgase reduziert, überfällig und alternativlos ist.

Wir laden die Gemeinde ein, sich generationenübergreifend darauf einzulassen, mitzudenken und ganz konkrete erste Schritte für mehr Nachhaltigkeit gemeinsam zu gehen.

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Das lässt sich nach zwei Seiten denken und ist wohl auch so gemeint.

Die eine Seite ist die Wahrheit, dass wir als Menschen, so unterschiedlich wir auch sein mögen mit verschiedenen Prägungen, aus ganz verschiedenen Kulturen und sozialen und materiellen Bedingungen, doch eines gemeinsam haben: Wir sitzen alle in einem Boot, weil wir nur zusammen im guten, verständnisvollen Miteinander leben, ja überleben können.

Das trifft im kleinen Kreis der Menschen zu, die Gott uns an unsere Seite gegeben hat, aber auch auf der großen Bühne der Weltgemeinschaft des friedlichen Zusammenlebens der Völker und Kulturen. Auch wenn die Interessen und Bedingungen oft gegensätzlich sind und unvereinbar scheinen.

Und damit verbindet sich mein zweiter Gedanke des Mottos der Friedensdekade Zusammen:Halt

„Halt“ zu sagen und sich entgegen zu stellen aus unserer christlichen Überzeugung und aus der Wahrheit, die Jesus uns gelehrt hat.

Der verbrecherische und schlimme Krieg gegen die Ukraine beschäftigt unsere Gedanken und Gefühle und wir können viel tun, um die betroffenen Menschen in allen uns möglichen Dingen zu unterstützen und zu helfen. Humanitäre Hilfe in Form von Medizintechnik und Medikamenten. Lebensmittel und den Geflüchteten eine neue vorübergehende Heimat zu geben, ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Das alles ist eine große Aufgabe, ganz besonders für uns als Christen.

Wo wir aber im Sinne Jesu „Halt!“ sagen sollten, das ist die militärische Unterstützung mit immer mehr und immer schlimmeren Waffen.

Ich weiß, dass ich mit dieser meiner Haltung sicherlich im gesellschaftlichen Meinungsbild einer Außenseiterrolle einnehme. Und doch gibt es auch immer mehr Stimmen, die „Nein“ sagen, diesen Krieg immer schlimmer, immer zerstörerischer und leidvoller zu machen.

Wenn sich der Westen immer intensiver in diesen Krieg hineinziehen lässt, kann es zu unabsehbaren, schlimmen Folgen, ja am Ende sogar zu einem Weltkrieg führen.

Zum Beginn der Friedensdekade stand als erste Leitüberschrift am Sonntag: „Währet den Anfängen“.

Das ist nicht geschehen, im Gegenteil, alles ist schlimmer und brutaler geworden. Inzwischen sind auf beiden Seiten zehntausende Soldaten und Zivilisten gestorben und es ist unaussprechliches Leid über diese Familien gekommen. Wer zählt die Tränen, die Mütter weinen, weil sie ihre Söhne verloren haben, von Kindern, die ihre Väter verloren haben und Frauen, die ihre Männer verloren haben?

Das kommt in keinen Medien vor, man berichtet über Gebietsgewinne und wie erfolgreich die Soldaten der Ukraine ihr Land verteidigen. Ich frage mich ernsthaft, was einer Mutter lieber wäre, wenn sie die Wahl hätte? Entweder politische Kompromisse einzugehen oder ihren Sohn sterben zu sehen?

Ich glaube nicht daran, dass ein Sieg einer Seite oder eine gute Lösung auf dem sogenannten Schlachtfeld erzielt wir. Schon der Begriff „Schlachtfeld“ ist grausam. Dort werden Menschen geopfert, geschlachtet! Und das geht uns alles so leicht durch in unseren Aussagen. Krieg und Gewalt darf nicht sein und kann niemals die Lösung sein.

Es kommen keine Fragen mehr auf, wie der Krieg zu verhindern gewesen wäre und welche diplomatischen, politischen Lösungen ein Ende dieses Völker-mordens herbeiführen könnten. Statt dessen werden alle Menschen, die davon sprechen diffamiert und auf der falschen Seite stehend bezeichnet.

Wenn wir uns als Christen auf die Worte der Bibel und die Worte Jesu beziehen, dann müssen wir entschieden „Halt“ sagen.

Stimmt das denn nicht mehr, was in der Bibel steht: „Wenn der Messias von Gott kommt, dann wird seine erste Maßnahme sein die Bogen zu zerbrechen, die Streitwagen zu verbrennen“?

Stimmt die Bergpredigt nicht mehr oder ist sie nur Privatsache und taugt nicht für die Politik und das Zusammenleben der Völker? Da steht, das Jesus die Menschen als glücklich bezeichnet, die es schaffen und wagen wehrlos zu sein, denn nur die schaffen Frieden. Was ist aus dem Leitspruch „Schwerter zu Pflugscharen“, der auch in diesem Jahr als Logo auf dem Flyer zur Friedensdekade steht, geworden. Was ist aus dem Gedanken: „Frieden-schaffen-ohne Waffen“ geworden? Zählt das alles nicht mehr, weil wir angeblich eine Zeitenwende hätten und immer mehr Aufrüstung und Abschreckung betreiben müssen? Die christlichen Kirchen können das Alles doch nicht schweigend und ohne Stellung zu beziehen, hin-nehmen? Diese kritische Haltung vermisse ich. Wir können in der Friedensdekade für den Frieden beten, aber wir müssen auch etwas dafür tun! Über allem, was zu tun ist, von der Politik und dem Einzelnen, steht das Kreuz, als Verweigerung von Gewalt und Krieg.

Und es steht auch in der Bibel: man muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen.

Gedanken von Hartmut Urban

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Unzählige Wege durch ganz Europa laden ein zum Pilgern. Die meisten haben als Fernziel Santiago de Compostela, wohin schon im Mittelalter Pilger aus ganz Europa zum Grab des Apostels Jakobus gelaufen sind. Vor 20 Jahren habe ich mich erstmals auf den Weg begeben, auf dem frisch eingeweihten "Ökumenischen Pilgerweg" von Görlitz bis Vacha. Etappe für Etappe bin ich die Wege gepilgert mit einer Gruppe von Kolleg*innen. 2012 bis 2015 sind mein Mann und ich von Südfrankreich bis Santiago gepilgert, jeweils in Abschnitten von 2 bis 3 Wochen.

Mir ist es wichtig, in Gemeinschaft zu pilgern. Drei Gegebenheiten waren immer dabei.

1. Die Geschichten des Weges.

2. Die geistige Ebene - Spiritualität.

3. Der Weg hat ein Ziel - Santiago de Compostela! Gleichzeitig ist auch der Weg das Ziel.

Eines habe ich auch sehr deutlich erfahren - Pilgern ist gelebte Ökumene, weil man mit Menschen aller Konfessionen unterwegs ist.

Was erwarte ich persönlich vom Pilgern? Weg aus dem Alltag mit all seinen Herausforderungen. Bin ich dann unterwegs, Schritt um Schritt in die Stille der Wiesen, Wälder entlang von Bächen, da habe ich Zeit. Zeit, zum Nachdenken über Gott und die Welt. Zeit, den Blick in die Landschaft zu genießen. Zeit einen Psalm zu beten…

Vor einem Jahr war ich mit dabei, als eine Gruppe unserer Gemeinde von Zittau nach Hirschfelde zum Pilgerhäusel gepilgert ist (das Pilgerhäusel ist eine Station auf dem "Zittauer Jakobsweg" Gnesen - Görlitz - Prag, der vor einigen Jahren wieder in Nutzung genommen wurde). Es war eine neue und schöne Erfahrung. Oft zieht es uns Menschen in die Ferne. Doch diesmal sind wir in unserer unmittelbaren Umgebung wunderschöne Wege gegangen.

In Drausendorf gab es eine Verschnaufpause. Es gab nicht nur mitgebrachtes Essen zur Stärkung sondern auch geistige Impulse. In Hirschfelde angekommen, feierten wir einen Pilgergottesdienst und dann wurden wir von unserer Pfarrerin sehr schmackhaft beköstigt. All diese Erinnerungen sind so lebendig, als ob es erst letzte Woche war. Und dies ist etwas, dass mir nur beim Pilgern passiert. Der Weg, die Menschen, alle Erlebnisse sind so eindringlich, das sie lange in lebhafter Erinnerung bleiben.

In lebhafter Erinnerung ist auch die Pilgerreise nach Griechenland in diesem Frühjahr. Allerdings stand hierbei nicht der Weg zu Fuß im Vordergrund sondern auf den Spuren des Apostel Paulus Station zu Station dessen erstes Wirken auf dem europäischen Kontinent nachzuempfinden.

Buen Camino wünscht

Rosemarie Hannemann

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Du wärmtest mir
Leib & Seele auf
Pilgerwegmutter

Dies ist so viel mehr
als eine Herberge!

  Ein Herz voller Liebe
  sich warm verströmend,
  getragen spürbar
  von Größerem

Du sorgtest für´s leibliche Wohl - 
und wärmtest die Seele „nebenbei“
Worte voller Offenheit
vertrautes Gespräch,
verständnisvolle
Zuwendung

Staunend entdecke ich:
mein Pilgerweg
führt zur MUTTER.

Eine Erfahrung, aufgeschrieben unterwegs auf dem "Ökumenischen Pilgerweg" von Görlitz bis Vacha von Waltraud Hartwig, im November 2007

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Meinungen, eigene Gedanken, Fragen, Weiterführendes dazu ... sind ausdrücklich erwünscht und sollen gesammelt werden und auf unserer Homepage nachzulesen sein!
(gesammelt werden Ihre Dialog-Beiträge im Pfarramt über E-mail: kg [dot] zittau [at] evlks [dot] de )

Sieben Wochen ohne… Stillstand ?

Schon seit Jahren beschäftige ich mich in der Fastenzeit mal mehr, mal weniger intensiv mit dem Thema der evangelischen Fastenaktion…

Dieses Mal scheint es mir besonders herausfordernd zu sein: die Pandemie, bzw. der so unterschiedliche Umgang damit, haben mich aus allem Gewohnten herausgeworfen – ich hab´ grad keine Ahnung, was meine persönliche Stärke, meine besondere Gabe sein soll, die ich zum Wohle aller gerade jetzt einbringen könnte??? Was soll ich üben in dieser Zeit – ohne Stillstand?

Ich fühle mich gerade sehr unsicher, hab keinen Plan, was jetzt „dran“ ist. Ich weiß nicht, was für politische Entscheidungen mich in nächster Zeit betreffen werden. Reicht es aus, mich in Gelassenheit zu üben? Ich spüre: mein Urvertrauen ist angekratzt, gerade nicht so richtig greifbar… am liebsten würd´ ich mich irgendwo an einem sicheren Ort (?) verkriechen, und einfach abwarten, bis alles vorbei ist?

Aber gerade jetzt werde ich aufgefordert, mich auf 7 Wochen ohne Stillstand einzulassen! In sieben Wochen Fastenzeit üben, ohne Stillstand Jesu Weg der Liebe zu folgen…

Ich will versuchen, in dieser Zeit für mich ganz praktisch herauszufinden, wo und wie ich kleine Schritte der Liebe tun kann – im beruflichen Umfeld, in der Familie, unter Freunden, besonders wohl gerade gegenüber den Menschen, deren Auftreten oder Meinung ich nicht verstehen kann - eine große Aufgabe! Da habe ich bestimmt noch viel zu ÜBEN!

Waltraud Hartwig

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Hartmut Urban lädt uns nun ein, seinen Gedanken zu folgen:

Die schlimmen Ereignisse der Flutkatastrophe im westlichen Teil Deutschlands lassen mich traurig und sehr nachdenklich werden, über das unermessliche Leid, was über die vielen Menschen, in den von schweren Unwettern betroffenen Gebieten hereingebrochen ist. Viele Menschen, viel mehr als in der Flutkatastrophe 2000 bei uns in Sachsen, mussten ihr Leben lassen und viele Menschen stehen vor dem völligen materiellen „Nichts“. Es hat wenig Sinn, den vielen Worten, die jetzt von den Politikern und den Medien gesagt wurden, auch nur immer wieder das Gleiche hinzuzufügen.

Das Wichtigste ist vor allem weiteren Nachdenken aber doch jetzt die direkte Hilfe materieller Art, hoffentlich ganz schnell und unbürokratisch, und viel Trost und Beistand für die Menschen. Wir als Christen dürfen auch beten.

Und dann stellen sich bei mir immer wieder die Gedanken nach den Ursachen ein. Was jetzt passiert ist, kann uns immer wieder treffen mit der gleichen Wucht oder noch schlimmer, und es kann überall passieren, auch bei uns, denn ich glaube die sogenannten „Blauen Steine“ der Oberlausitz werden uns auch nicht helfen. Vielleicht ist es auch jetzt noch zu früh, diesen Gedanken und Zusammenhängen nachzugehen, denn die Hilfe ist erst mal am notwendigsten. Und doch denke ich, dass alles was wir jetzt erleben, Naturkatastrophen mit Ansage sind.

Es war alles bekannt, dass sich unser Klima durch die Erwärmung der Atmosphäre gravierend ändern wird und diese Dinge, die wir jetzt erleben, mit sich bringen.

Es gibt genügend Studien und Wissenschaftler warnten eindringlich seit Jahren, oder doch schon seit Jahrzehnten? Es wurde so oft und so viel darüber geredet und jetzt sind wir entsetzt.

Es hat auch wenig Sinn und nutzt niemanden, wenn die Versäumnisse beklagt werden. Es ist, wie gesagt wird, 5 Min. vor 12 oder auch schon später? Wenn das die Menschheit geschafft hat, dieses ausgewogene und mit allem verbundenen Klima aus den Angeln zu heben, dann erinnert mich das an die Metapher in der Bibel vom Turmbau zu Babel.

Alles wird dem Menschen möglich sein, aber ob es gut ist und dem Leben dient oder böse und langfristig das Leben zerstört, ist eine ganz andere Frage.

Ich will noch ein paar andere Gedanken dazu bringen. Ich glaube z.B. nicht daran, dass es eine Lösung nur in der Richtung geben kann, die die Verantwortlichen aus Politik und der Wirtschaft uns immer wieder gebetsmühlenartig erklären wollen.

Es wird doch gesagt: „Wir haben verstanden und wir haben auch schon die Lösung parat“. Wir müssen nur durch neue und innovative Ideen unsere Wirtschaft und unser Leben klimaneutral umstellen.
Sicherlich stimmt das, aber es ist nicht alles! Ansonsten kann alles so bleiben, wie es ist und es soll auch so bleiben?

Unser Wohlstand, die Gier einiger Menschen nach immer mehr Gewinn, Rendite und auch die Verschwendungsgewohnheiten. (20% der Lebensmittel/ 30% der Gebrauchsgüter und 60% der Bekleidung werden ungenutzt und ungetragen einfach weggeschmissen), von der Informations- und Unterhaltungstechnik ganz zu schweigen. Und das Verhalten ist „gut“ so - für das Wirtschaftswachstum und den Profit.

Jeden Tag werden wir von der Werbung überhäuft und manipuliert, dass das große Glück und die schönsten Gefühle für ein glückliches Leben darin liegen, immer mehr zu besitzen. Die Wahrheit sieht anders aus und das wissen nicht nur wir - als Christen.

Es ist nirgendwo zu hören und die Aufforderungen dazu, vom Zufrieden-sein, von Dankbarkeit, vom Maßhalten oder vom Teilen unseres Wohlstandes. Das darf auch nicht sein, sonst kommt unser ganzes Gesellschaftssystem ins Wanken. Es muss doch noch etwas anderes möglich sein als das, was die nur marktwirtschaftlich orientierten Systeme anzubieten haben?
Ich glaube, unsere Systeme, so wie sie bisher waren, sind gescheitert.
Ich glaube auch, dass Gott es so nicht gewollt hat und wir in seinem Wort andere Schwerpunkte lesen.

Immer mehr soziale Ungerechtigkeit, und Unausgewogenheit und die völlige Zerstörung der Natur und des Klimas als unserer Lebensgrundlage können doch nicht das Ziel und das Resultat einer Gesellschaft sein.

Das ist mein großes Fragezeichen. ?

Manchmal denke ich: Gott wird es satt mit uns haben und uns so weitermachen lassen, wie auch sonst, denn er hat uns den freien Willen gegeben.

Doch es steht auch das tröstende Wort in der Bibel: „Es sollen nicht aufhören Saat und Ernte…“
Und das ist es, was mir Hoffnung macht. Leider sind solche Überlegungen von den Verantwortungsträgern nicht zu hören und auch von unseren Kirchen viel zu wenig.

Es kann sein, dass was ich hier angedacht habe, viel zu pessimistisch, zu weit hergeholt und praktisch auch nicht umsetzbar ist, aber ich glaube doch: Unter dem geht's nicht!

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