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Mit dieser neuen Rubrik möchten wir einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen!

Hier wird ein persönlicher Beitrag aus unserer Gemeinde veröffentlicht und Ihre Meinungen, Rückmeldungen, eigene Gedanken, Fragen, Weiterführendes... dazu sind ausdrücklich erwünscht und sollen gesammelt werden und auf unserer Homepage nachzulesen sein!

(gesammelt werden Ihre Beiträge im Pfarramt über E-mail: kg [dot] zittau [at] evlks [dot] de)

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Unzählige Wege durch ganz Europa laden ein zum Pilgern. Die meisten haben als Fernziel Santiago de Compostela, wohin schon im Mittelalter Pilger aus ganz Europa zum Grab des Apostels Jakobus gelaufen sind. Vor 20 Jahren habe ich mich erstmals auf den Weg begeben, auf dem frisch eingeweihten "Ökumenischen Pilgerweg" von Görlitz bis Vacha. Etappe für Etappe bin ich die Wege gepilgert mit einer Gruppe von Kolleg*innen. 2012 bis 2015 sind mein Mann und ich von Südfrankreich bis Santiago gepilgert, jeweils in Abschnitten von 2 bis 3 Wochen.

Mir ist es wichtig, in Gemeinschaft zu pilgern. Drei Gegebenheiten waren immer dabei.

1. Die Geschichten des Weges.

2. Die geistige Ebene - Spiritualität.

3. Der Weg hat ein Ziel - Santiago de Compostela! Gleichzeitig ist auch der Weg das Ziel.

Eines habe ich auch sehr deutlich erfahren - Pilgern ist gelebte Ökumene, weil man mit Menschen aller Konfessionen unterwegs ist.

Was erwarte ich persönlich vom Pilgern? Weg aus dem Alltag mit all seinen Herausforderungen. Bin ich dann unterwegs, Schritt um Schritt in die Stille der Wiesen, Wälder entlang von Bächen, da habe ich Zeit. Zeit, zum Nachdenken über Gott und die Welt. Zeit, den Blick in die Landschaft zu genießen. Zeit einen Psalm zu beten…

Vor einem Jahr war ich mit dabei, als eine Gruppe unserer Gemeinde von Zittau nach Hirschfelde zum Pilgerhäusel gepilgert ist (das Pilgerhäusel ist eine Station auf dem "Zittauer Jakobsweg" Gnesen - Görlitz - Prag, der vor einigen Jahren wieder in Nutzung genommen wurde). Es war eine neue und schöne Erfahrung. Oft zieht es uns Menschen in die Ferne. Doch diesmal sind wir in unserer unmittelbaren Umgebung wunderschöne Wege gegangen.

In Drausendorf gab es eine Verschnaufpause. Es gab nicht nur mitgebrachtes Essen zur Stärkung sondern auch geistige Impulse. In Hirschfelde angekommen, feierten wir einen Pilgergottesdienst und dann wurden wir von unserer Pfarrerin sehr schmackhaft beköstigt. All diese Erinnerungen sind so lebendig, als ob es erst letzte Woche war. Und dies ist etwas, dass mir nur beim Pilgern passiert. Der Weg, die Menschen, alle Erlebnisse sind so eindringlich, das sie lange in lebhafter Erinnerung bleiben.

In lebhafter Erinnerung ist auch die Pilgerreise nach Griechenland in diesem Frühjahr. Allerdings stand hierbei nicht der Weg zu Fuß im Vordergrund sondern auf den Spuren des Apostel Paulus Station zu Station dessen erstes Wirken auf dem europäischen Kontinent nachzuempfinden.

Buen Camino wünscht

Rosemarie Hannemann

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Du wärmtest mir
Leib & Seele auf
Pilgerwegmutter

Dies ist so viel mehr
als eine Herberge!

  Ein Herz voller Liebe
  sich warm verströmend,
  getragen spürbar
  von Größerem

Du sorgtest für´s leibliche Wohl - 
und wärmtest die Seele „nebenbei“
Worte voller Offenheit
vertrautes Gespräch,
verständnisvolle
Zuwendung

Staunend entdecke ich:
mein Pilgerweg
führt zur MUTTER.

Eine Erfahrung, aufgeschrieben unterwegs auf dem "Ökumenischen Pilgerweg" von Görlitz bis Vacha von Waltraud Hartwig, im November 2007

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Meinungen, eigene Gedanken, Fragen, Weiterführendes dazu ... sind ausdrücklich erwünscht und sollen gesammelt werden und auf unserer Homepage nachzulesen sein!
(gesammelt werden Ihre Dialog-Beiträge im Pfarramt über E-mail: kg [dot] zittau [at] evlks [dot] de )

Sieben Wochen ohne… Stillstand ?

Schon seit Jahren beschäftige ich mich in der Fastenzeit mal mehr, mal weniger intensiv mit dem Thema der evangelischen Fastenaktion…

Dieses Mal scheint es mir besonders herausfordernd zu sein: die Pandemie, bzw. der so unterschiedliche Umgang damit, haben mich aus allem Gewohnten herausgeworfen – ich hab´ grad keine Ahnung, was meine persönliche Stärke, meine besondere Gabe sein soll, die ich zum Wohle aller gerade jetzt einbringen könnte??? Was soll ich üben in dieser Zeit – ohne Stillstand?

Ich fühle mich gerade sehr unsicher, hab keinen Plan, was jetzt „dran“ ist. Ich weiß nicht, was für politische Entscheidungen mich in nächster Zeit betreffen werden. Reicht es aus, mich in Gelassenheit zu üben? Ich spüre: mein Urvertrauen ist angekratzt, gerade nicht so richtig greifbar… am liebsten würd´ ich mich irgendwo an einem sicheren Ort (?) verkriechen, und einfach abwarten, bis alles vorbei ist?

Aber gerade jetzt werde ich aufgefordert, mich auf 7 Wochen ohne Stillstand einzulassen! In sieben Wochen Fastenzeit üben, ohne Stillstand Jesu Weg der Liebe zu folgen…

Ich will versuchen, in dieser Zeit für mich ganz praktisch herauszufinden, wo und wie ich kleine Schritte der Liebe tun kann – im beruflichen Umfeld, in der Familie, unter Freunden, besonders wohl gerade gegenüber den Menschen, deren Auftreten oder Meinung ich nicht verstehen kann - eine große Aufgabe! Da habe ich bestimmt noch viel zu ÜBEN!

Waltraud Hartwig

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Hartmut Urban lädt uns nun ein, seinen Gedanken zu folgen:

Die schlimmen Ereignisse der Flutkatastrophe im westlichen Teil Deutschlands lassen mich traurig und sehr nachdenklich werden, über das unermessliche Leid, was über die vielen Menschen, in den von schweren Unwettern betroffenen Gebieten hereingebrochen ist. Viele Menschen, viel mehr als in der Flutkatastrophe 2000 bei uns in Sachsen, mussten ihr Leben lassen und viele Menschen stehen vor dem völligen materiellen „Nichts“. Es hat wenig Sinn, den vielen Worten, die jetzt von den Politikern und den Medien gesagt wurden, auch nur immer wieder das Gleiche hinzuzufügen.

Das Wichtigste ist vor allem weiteren Nachdenken aber doch jetzt die direkte Hilfe materieller Art, hoffentlich ganz schnell und unbürokratisch, und viel Trost und Beistand für die Menschen. Wir als Christen dürfen auch beten.

Und dann stellen sich bei mir immer wieder die Gedanken nach den Ursachen ein. Was jetzt passiert ist, kann uns immer wieder treffen mit der gleichen Wucht oder noch schlimmer, und es kann überall passieren, auch bei uns, denn ich glaube die sogenannten „Blauen Steine“ der Oberlausitz werden uns auch nicht helfen. Vielleicht ist es auch jetzt noch zu früh, diesen Gedanken und Zusammenhängen nachzugehen, denn die Hilfe ist erst mal am notwendigsten. Und doch denke ich, dass alles was wir jetzt erleben, Naturkatastrophen mit Ansage sind.

Es war alles bekannt, dass sich unser Klima durch die Erwärmung der Atmosphäre gravierend ändern wird und diese Dinge, die wir jetzt erleben, mit sich bringen.

Es gibt genügend Studien und Wissenschaftler warnten eindringlich seit Jahren, oder doch schon seit Jahrzehnten? Es wurde so oft und so viel darüber geredet und jetzt sind wir entsetzt.

Es hat auch wenig Sinn und nutzt niemanden, wenn die Versäumnisse beklagt werden. Es ist, wie gesagt wird, 5 Min. vor 12 oder auch schon später? Wenn das die Menschheit geschafft hat, dieses ausgewogene und mit allem verbundenen Klima aus den Angeln zu heben, dann erinnert mich das an die Metapher in der Bibel vom Turmbau zu Babel.

Alles wird dem Menschen möglich sein, aber ob es gut ist und dem Leben dient oder böse und langfristig das Leben zerstört, ist eine ganz andere Frage.

Ich will noch ein paar andere Gedanken dazu bringen. Ich glaube z.B. nicht daran, dass es eine Lösung nur in der Richtung geben kann, die die Verantwortlichen aus Politik und der Wirtschaft uns immer wieder gebetsmühlenartig erklären wollen.

Es wird doch gesagt: „Wir haben verstanden und wir haben auch schon die Lösung parat“. Wir müssen nur durch neue und innovative Ideen unsere Wirtschaft und unser Leben klimaneutral umstellen.
Sicherlich stimmt das, aber es ist nicht alles! Ansonsten kann alles so bleiben, wie es ist und es soll auch so bleiben?

Unser Wohlstand, die Gier einiger Menschen nach immer mehr Gewinn, Rendite und auch die Verschwendungsgewohnheiten. (20% der Lebensmittel/ 30% der Gebrauchsgüter und 60% der Bekleidung werden ungenutzt und ungetragen einfach weggeschmissen), von der Informations- und Unterhaltungstechnik ganz zu schweigen. Und das Verhalten ist „gut“ so - für das Wirtschaftswachstum und den Profit.

Jeden Tag werden wir von der Werbung überhäuft und manipuliert, dass das große Glück und die schönsten Gefühle für ein glückliches Leben darin liegen, immer mehr zu besitzen. Die Wahrheit sieht anders aus und das wissen nicht nur wir - als Christen.

Es ist nirgendwo zu hören und die Aufforderungen dazu, vom Zufrieden-sein, von Dankbarkeit, vom Maßhalten oder vom Teilen unseres Wohlstandes. Das darf auch nicht sein, sonst kommt unser ganzes Gesellschaftssystem ins Wanken. Es muss doch noch etwas anderes möglich sein als das, was die nur marktwirtschaftlich orientierten Systeme anzubieten haben?
Ich glaube, unsere Systeme, so wie sie bisher waren, sind gescheitert.
Ich glaube auch, dass Gott es so nicht gewollt hat und wir in seinem Wort andere Schwerpunkte lesen.

Immer mehr soziale Ungerechtigkeit, und Unausgewogenheit und die völlige Zerstörung der Natur und des Klimas als unserer Lebensgrundlage können doch nicht das Ziel und das Resultat einer Gesellschaft sein.

Das ist mein großes Fragezeichen. ?

Manchmal denke ich: Gott wird es satt mit uns haben und uns so weitermachen lassen, wie auch sonst, denn er hat uns den freien Willen gegeben.

Doch es steht auch das tröstende Wort in der Bibel: „Es sollen nicht aufhören Saat und Ernte…“
Und das ist es, was mir Hoffnung macht. Leider sind solche Überlegungen von den Verantwortungsträgern nicht zu hören und auch von unseren Kirchen viel zu wenig.

Es kann sein, dass was ich hier angedacht habe, viel zu pessimistisch, zu weit hergeholt und praktisch auch nicht umsetzbar ist, aber ich glaube doch: Unter dem geht's nicht!

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